Gastbeitrag von Tobias Hartz

Viele Menschen leiden unter Rückenschmerzen oder Gelenkbeschwerden anderer Art und müssen aus diesem Grund einige Einschränkungen im Alltag in Kauf nehmen. 

Aus Angst die Beschwerderegionen zu belasten entsteht das Problem, dass die Betroffenen oft dazu neigen Schonhaltungen einzunehmen welche die Beschwerden auf lange Sicht sogar fördern. Die fehlende Belastung führt dazu, dass Muskulatur abbaut, Stabilität verloren geht und die Beschwerden oft chronisch werden. Nicht selten führen diese Beschwerden auch zu einer hohen psychischen Belastung.

Entgegen der altmodischen Ansicht es sei wichtig sich bei Beschwerden zu schonen, ist mittlerweile bekannt, dass gezieltes Training der Muskulatur helfen kann körperliche Beschwerden zu verbessern oder sogar komplett zu beseitigen, da zahlreiche Beschwerden gerade aufgrund von zu schwacher Muskulatur, oder aufgrund von so genannten muskulären Dysbalancen entstehen.

Das tolle am Krafttraining: Sie trainieren und kräftigen nicht nur Ihre Muskulatur, sondern auch andere Gelenkstrukturen wie die Knochen, den Knorpel und die Sehnen und Bänder. Sie sind anpassungsfähig und können über ein langfristiges und gezieltes Training an Stabilität gewinnen. Auf diese Weise lässt sich sogar die Knochendichte messbar verbessern, weswegen Krafttraining insbesondere zur Prävention oder Behandlung von Osteoporose eine wichtige Rolle spielt.

In dieser Hinsicht funktionieren alle Strukturen ähnlich: Der Körper passt sich einer für ihn zu hohen Belastung an und wird kräftiger. So können beispielsweise Fehlhaltungen, welche oft Folge von muskulären Dysbalancen sind beseitigt werden und Alltagsbelastungen fallen durch die im Training gewonnene Kraft leichter und sind wieder beschwerdefrei möglich. 

Neben Gelenkbeschwerden kann Krafttraining außerdem auch bei Krankheiten der inneren Organe sinnvoll sein. Wie einige Studien erfolgreich belegen konnten, führt auch ein intensives Krafttraining zu positiven Anpassungen der inneren Organe und des Herzkreislaufsystems. Langfristiges Training ermöglicht es so, den Puls und Blutdruck ohne Hilfe von Medikamenten zu senken und das Schlagvolumen des Herzens zu erhöhen.

Grundsätzlich gilt also: Über ein gezieltes Training der Muskulatur, gerade in den Beschwerderegionen, können Beschwerden gelindert oder beseitigt werden und lassen sich auch langfristig vermeiden. Neben den Anpassungen der Skelettmuskulatur profitieren außerdem auch die inneren Organe und das Herzkreislaufsystem von einem intensiven Training.

Wichtig hierbei ist es, ein gezieltes, sauberes und den Muskel erschöpfendes Training zu absolvieren, welches auf Ihr individuelles Beschwerdebild abgestimmt ist. 

Lassen Sie sich hierfür am besten von einem speziell geschulten Trainer hinsichtlich des Trainings beraten und führen Sie die Übungen erst nach einer korrekten Anleitung durch

Tobias Hartz ist LE-/CE-Instruktor im Kieser Training-Studio in Hamburg-Poppenbüttel

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