Gastbeitrag von Andre Tochtermann

Sonnencreme – es gibt kaum ein kosmetisches Produkt, welches laut Dermatologen und anderen Experten wichtiger für uns sei. Schützen sollen wir uns vor der Sonne und den scheinbar schwerwiegenden Folgen des Lebensplaneten – hierbei kann auch die Sonnencreme-Industrie nur nickend zustimmen.

So wird seit Jahren dazu geraten, dass wir uns möglichst mehrmals täglich eincremen, um folglich die Gefahr von Hautkrebs stark zu minimieren. Wer sich hingegen weigert, gilt oftmals als unverantwortlich.

Doch ist dem wirklich so? Warum wird der Aufschrei dann diesbezüglich immer lauter?

Tatsächlich wird das Thema Sonnenschutz zurecht seit einigen Jahren nicht nur von Toxikologen hinterfragt, da unzählige der scheinbar präventiven Produkte im Grunde mit einem gefährlichen Chemiecocktail verglichen werden können – der über unsere Haut sehr effektiv in den Körper gelangt.

Außerdem lässt der Fakt, dass seit Beginn der Vermarktung von Sonnenschutzmitteln die Hautkrebsrate beträchtlich zugenommen hat so manchen kritischen Forscher an deren Unbedenklichkeit zweifeln.

In diesem Beitrag wollen wir uns daher etwas näher mit Sonnencremen sowie auch mit deren Inhaltsstoffen befassen und aufzeigen, warum das aktuelle Bild einer gefährlichen und bösen Sonne – die uns nur schadet und deshalb am besten gemieden werden sollte – nicht weiter daneben liegen könnte.


Sinn und Unsinn von UV-Blockern

Bevor wir gleich näher auf die gängigen Inhaltsstoffe von Sonnenschutzmitteln eingehen, befassen wir uns mit wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahre, die es eigentlich sehr absurd erscheinen lassen, dass sich noch immer hauptsächlich Sonnencremen auf dem Markt befinden, die ausschließlich lebenswichtige UVB-Strahlen blocken – anstelle von potenziell krebserregenden UVA-Strahlen.

Generell kann gesagt werden, dass die Sonne zwei verschiedene Arten an intensiven UV-Strahlen aussendet:

  • UVA-Strahlen
  • UVB-Strahlen

UVB-Strahlen sind hierbei sehr wichtig für uns Menschen.

Tatsächlich sind die UVB-Strahlen der Sonne sogar essenziell, zumal unser Körper sie benötigt, um Vitamin D zu produzieren. Dies kommt zum einen unserem Wohlbefinden und der Dopamin-Ausschüttung zugute. UVB-Strahlen tragen daher entscheidend dazu bei, dass wir uns gut fühlen.

Darüber hinaus ist heute ebenfalls bekannt, dass viele Krankheiten und Beschwerden direkt mit dem Mangel des Vitamins zusammenhängen. Interessanterweise soll das Fehlen an Vitamin D sogar Mitauslöser verschiedener Krebsarten sein.

Die besonders tief eindringenden UVA-Strahlen sind hingegen laut Studien – im Gegensatz zur UVB-Strahlung – für Hautkrebs verantwortlich.

Umso verwunderlicher ist es, dass die meisten Sonnencremen ausschließlich UVB-Strahlen blocken. Dies hat sich kurioserweise selbst nach unzähligen Hinweisen aus verschiedensten Fachkreisen bis heute noch nicht geändert.

Des Weiteren gab es in der Vergangenheit immer wieder großflächige Tests, die es mehr oder weniger in die Presse geschafft haben, da über 60 Prozent der Sonnenschutzcremen keinen angemessenen Schutz vorwiesen.

Setzen wir also beim Thema Sonnenschutzmittel auf das falsche Produkt,

  • sind wir immer noch der UVA-Strahlung ausgesetzt.
  • verhindern wir die Aufnahme von lebenswichtiger UVB-Strahlung.
  • nehmen wir zusätzlich jede Menge toxische Stoffe auf.


Synthetische Stoffe in Sonnencremen

In den letzten Jahrzehnten haben wir uns eher weniger darüber Gedanken gemacht, welche Inhaltsstoffe sich in kosmetischen Produkten und Sonnenschutzmitteln befinden. Auch heute wird Sonnencreme zumeist noch angesichts von

  • Lichtschutzfaktor,
  • Auftrageverhalten,
  • und dem Angebotspreis

ausgewählt. Für gewöhnlich achten wir des Öfteren nicht wirklich auf die Inhaltsstoffe und können darüber hinaus auch nicht alle dementsprechend deuten – bei der Masse an synthetischen Zusätzen, die wir mittlerweile in unterschiedlichsten Produkten vorfinden, ist dies auch nicht verwunderlich.

Gerade bei Sonnencremen wäre es jedoch sehr wichtig diese zu kennen, zumal wir uns selbst und unsere Kinder während der Sommerzeit ständig mit den Sonnenschutzmitteln eincremen.

Vergessen wird dann leider, dass unsere Haut die überaus effektive Eigenschaft hat, von außen kommende Stoffe aufzunehmen. So bemerken einige Menschen zwar kurzfristige Abwehrreaktionen wie Pickel und Hautunreinheiten nach mehrmaligem Eincremen. Welche schwerwiegenden Konsequenzen gewisse Wirkstoffe langfristig in unserem Organismus auslösen können, wird jedoch häufig erst spät erkannt.

Schauen wir uns deshalb an, welche bedenklichen Inhaltsstoffe in Sonnencremen zu finden sind.


Welche Stoffe in Sonnencremen sind bedenklich?

Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme – dass sich die Produkte unterscheiden und somit unterschiedlich viele Schadstoffe enthalten sollte uns klar sein.

Folgende Inhaltsstoffe sind sehr häufig bei den Anbietern zu finden:

  • Parabene
  • Paraffine
  • Aluminium
  • Silikon
  • Erdöl
  • Titandioxid
  • Zinkoxid
  • Unterschiedlichste Allergene

Bei all diesen Stoffen konnten in Untersuchungen negative Auswirkungen für unsere Haut und den Organismus festgestellt werden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es sich um Nano-Technologie handelt, da diese die Entwicklung von Krebs und Organschädigungen begünstigen kann.

Parabene

Parabene sind Konservierungsstoffe, die unseren Hormonhaushalt stören können. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Stoffe bei männlichen Ratten zu einer Senkung des Testosteronspiegels sowie auch zu einer deutlichen Reduzierung gesunder Spermien führten. Bei weiblichen Ratten lösten Parabene hingegen eine Vergrößerung des Uterus aus. Erklärt werden diese Zusammenhänge mit einer Überkompensierung von weiblichen Hormonen, da die Struktur von Parabenen der Struktur von weiblichen Sexualhormonen (Östrogene) ähnelt.

Parabene sind außerdem auch in Lebensmitteln, Tabak und vor allem in weiteren Kosmetika zu finden.

Paraffine

Als Paraffine werden Abfallerzeugnisse der Ölindustrie bezeichnet. Sie können sich ebenfalls negativ für uns auswirken, da sie unsere Hautporen verstopfen. Dies hat zur Folge, dass natürliche Regenerationsprozesse behindert werden.

Paraffine können nicht von der Haut aufgenommen werden. Sie bilden daher quasi einen ungünstigen Film, der sich über unsere Haut legt.

Aluminium

Sonnencremen enthalten auch häufig wasserlösliche Aluminiumsalze. Diese gehören im Übrigen zu den gefährlichsten Inhaltsstoffen in Sonnenschutzmitteln, da sie unsere Nerven schädigen können und darüber hinaus auch negative Auswirkungen für Fruchtbarkeit und Knochenentwicklung mitbringen.

Studien mit Aluminium legen außerdem auch den Zusammenhang zu Brustkrebs, Alzheimer und Parkinson nahe. Aus diesem Grund standen Deos bis vor kurzem noch unter Kritik.

Nano-Technologie in Sonnencremen

Vor allem wenn Nano-Technologie in Sonnencremen verwendet wurde, sollten wir vorsichtig sein! Oftmals enthalten Sonnenschutzmittel Titandioxid und Zinkoxid in Partikelform. Diese verleihen den Produkten mehr Komfort bei der Anwendung, da die Cremen folglich besser in die Haut einziehen.

Mikroskopisch kleine Teilchen werden schlichtweg besser aufgenommen, wodurch Nano-Technologie schließlich zum Verkaufsargument wurde, da wir schließlich keine weißen Filmrückstände auf der Haut haben wollen.

Nanopartikel stehen jedoch unter Verdacht, Autismus, Alzheimer, Allergien, Lungenkrebs und Epilepsie auszulösen. In Tierversuchen schädigten die kleinen Teilchen außerdem zahlreiche Organe wie beispielsweise:

  • Herz
  • Magen
  • Bauchspeicheldrüse
  • Leber
  • Milz


Was können wir also tun?

Viele Menschen fragen sich folglich beim Thema Sonnenschutz, was sie tun können. Sicherlich sollten gerade sensible Hauttypen sich nicht stundenlang ungeschützt in der prallen Sonne räkeln. Derartiges ist jedoch auch dann nicht ratsam, wenn wir Sonnencreme verwenden.

Klar ist nämlich, dass auch ein vermeintlicher UV-Blocker nicht zwangsläufig vor Verbrennungen schützt. Darüber hinaus verlieren wir über die Jahre unseren natürlich vorhandenen Sonnenschutz, wenn wir uns nur noch mit einem dicken Film auf der Haut in die Sonne wagen.

So ist die Natur nun einmal aufgebaut. Was nicht mehr gebraucht wird, verschwindet mit der Zeit. Wer einmal zwei Wochen im Krankenhaus liegt wird sehr schnell feststellen, wie die Muskeln dahinschwinden. Genauso ist es auch mit unserer natürlichen Widerstandskraft gegenüber der Sonne. Genetisch bedingt verankert sich diese Widerstandskraft selbst über Generationen. Wir können nämlich davon ausgehen, dass sich Menschen in Afrika vermutlich nicht 5 Mal am Tag mit einem Lichtschutzfaktor von 50 eincremen.

In erster Linie ist es daher erst einmal wichtig, hin und wieder ohne Sonnencreme in die Sonne zu gehen um folglich von den für uns wichtigen Prozessen zu profitieren und gleichzeitig an natürlichem Schutz zu gewinnen.

Verfügen wir wieder über einen gewissen Grad an natürlichem Widerstand, stehen wir womöglich – abgesehen vom Jahresurlaub – auch nicht so häufig vor der Herausforderung, uns vor der Sonne schützen zu müssen.

Im besten Fall gewöhnen wir uns daher wieder langsam an die Sonnenstrahlung, indem wir uns zu Beginn regelmäßig für kurze Zeiträume (15-20 Minuten pro Tag) in die Sonne begeben. Es ist ratsam, dies gezielt morgens oder abends zu tun. Sobald wir bemerken, dass wir widerstandsfähiger werden, kann der Zeitraum langsam erhöht werden.

Die durchaus starke Mittagssonne sollten wir generell vermeiden – mit Sonnenschutzcreme sowie auch ohne. Wenn sich dies bei einer Wanderung oder dergleichen nicht vermeiden lässt, empfiehlt sich lange Kleidung und eine Kopfbedeckung.

Ein Wiederaufbau unseres natürlichen Sonnenschutzes ist in jedem Fall sinnvoll. Darüber hinaus können auch mineralische Sonnencremes, wenn sie auf die schädlichen Inhaltsstoffe verzichten, eine Alternative sein. Tatsächlich sind diese in der Praxis jedoch gar nicht so einfach zu finden, da sie oftmals noch immer Titandioxid oder Aluminium enthalten. Demzufolge entscheiden sich viele Menschen dafür, selbst Sonnencreme herzustellen beziehungsweise Öle zu verwenden, die einen natürlichen Lichtschutzfaktor aufweisen. Empfehlenswert sind hierbei beispielsweise Sesam- und Kokosöl.


Fazit:

Wie wir das Thema Sonnenschutz am Ende handhaben, muss jeder für sich selbst entscheiden. Zweifellos gab es hier in den letzten Jahren jede Menge positiver Entwicklungen hinsichtlich verschiedener Anbieter, die uns darauf hoffen lassen, zukünftig von weiteren natürlichen Lösungen profitieren zu können.

So oder so kann es bis dahin jedoch nicht schaden, Inhaltsstoffe und Zusätze generell besser unter die Lupe zu nehmen. Darüber hinaus ist es meiner Ansicht nach wichtig, dass wir ebenfalls das propagierte zerstörerische Bild gegenüber der Sonne überdenken, da es ohne den wundervollen Planeten kein Leben auf unserer Erde geben würde.

Infos zum Autoren Andre Tochtermann




Quellen:

"Avoid sunscreens with potentially harmful ingredients, group warns" CNN 2012 (Die EWG warnt vor Sonnencremes mit potentiell gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen)

"Sunscreen Indgredient May Increase Skin Cancer Risk" ScienceDaily 2012 (Sonnencreme-Inhaltsstoff könnte Hautkrebs-Risiko erhöhen)

Prof. Dr. Spitz: https://www.symptome.ch/blog/schadet-sonnenlicht/

http://www.bfr.bund.de/cm/343/verwendung_von_parabenen_in_kosmetischen_mitteln.pdf

http://www.bfr.bund.de/de/gesundheitliche_bewertung_von_nanomaterialien-30413.html

http://www.bfr.bund.de/cm/343/aluminium-and-breast-cancer.pdf

Lin W et al., "Toxicity of nano- and micro-sized ZnO particles in human lung epithelial cells" Journal of Nanoparticle Research Volume 11, Number 1 (2009), 25-39, DOI: 10.1007/s11051-008-9419-7 (Die Toxizität von Nano- und Mikro-ZnO-Partikeln in menschlichen Lungenepithelzellen)

https://www.nachhaltigleben.ch/kosmetik/aluminium-in-kosmetik-gefahr-von-krebs-und-alzheimer-2958

"Sunscreen and skin cancer" EWG 2015 (Sonnencreme und Hautkrebs)

EWG`s Skin Deep Cosmetics Database (Kosmetik-Inhaltsstoff-Datenbank)